Coach - Conny
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Wir fühlen, was wir denken

Wir fühlen was wir denken-Stress beginnt im Kopf

Stress beginnt im Kopf

Unser Gehirn ist eine reine Denkmaschine, das täglich unzählige Gedanken wie am Fließband erzeugt.Diese Fließbandarbeit ist nicht zu unterbrechen und somit ist es für uns Menschen nicht - bis nur sehr schwierig - möglich, nicht - zu denken. 

Unser Gehirn produziert täglich rund 60-80.000 Gedanken. Ein Teil dieser Gedanken ist unbewusst und sie werden "aussortiert", bevor wir sie registrieren können. Ein Teil dieser Gedanken ist uns bewusst, und ein Teil dieser Gedanken ist so "normal" und automatisch für uns, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen, ABER sehr wohl danach handeln - das ist der sogenannte AUTOPILOT - wir handeln einfach automatisch, ohne es zu merken und ohne darüber nachzudenken.

"Wir fühlen, was wir denken"

All unsere Handlungen und Verhaltensweisen sind gekoppelt an unsere Gefühle. Mit unseren Handlungen versuchen wir entweder, negative Gefühle nicht entstehen zu lassen oder sie so schnell wie möglich los zu werden, oder aber gute Gefühle öfter zu fühlen - unsere Verhaltensweisen werden also von unseren Gefühlen gesteuert.

Unsere Gefühle wiederum werden ausgelöst durch unsere Gedanken - positiv wie negativ. Gedanken werden "geformt" durch unsere Erinnerungen, Erfahrungen und BEWERTUNGEN einer Situation, eines Ereignisses oder auch eines Gefühls....

"Eine Situation an sich ist weder positiv noch negativ - sie ist neutral. Erst unsere Bewertungen machen sie zu gut oder böse"

Produzieren wir also positive Gedanken, bzw bewerten wir eine Situation als positiv, entstehen positive Gefühle und somit positive Handlungen. Bewerten wir eine Situation als negativ, produzieren wir negative Gefühle = STRESSAUSLÖSENDE GEFÜHLE. Diese stressauslösenden Gefühle produzieren ihren Stress auf allen Ebenen des Körpers und können, aufgrund des ständig erhöhten Stress-Hormon-Spiegels krank machen - Körperlich wie Psychisch. 

Diese stressauslösenden Gefühle produzieren nun negative Handlungen, die meist schon völlig automatisch ablaufen, weil wir sie bereits verinnerlicht haben.

"Nicht unsere Stimmung entscheidet über unsere Gedanken: Unsere Gedanken entscheiden über unsere Stimmung" A.T Beck

Dieser Zusammenhang macht klar, dass es a. unmöglich ist, NICHT zu denken und b.will man an seinen Handlungen, Verhaltensweisen und stressauslösenden Gefühlen etwas ändern, muss man "einfach" nur an der Denkspirale ansetzen - "ganz einfach" :-)

Beispiel:

Ich begegne in der Stadt einer Bekannten, ich grüße sie und sie geht ohne ein Wort an mir vorbei...

Möglichkeit A:

Ich denke, "Sie ist sauer auf mich, deswegen grüßt sie nicht"

Möglichkeit B:

"Naja, ich frag sie mal, was los war"

Möglichkeit C:

"Boa, was bildet die sich eigentlich ein, die blöde Kuh"

Es gibt sicher noch weitere Möglichkeiten der Gedanken. Doch jeder dieser Gedanken löst ein unterschiedliches Gefühl aus und somit eine unterschiedliche Handlung. Es kommt auf die BEWERTUNG dieser Situation an. Die BEWERTUNG entscheidet über mein Gefühl und meine Handlungen - Reaktionen. Diese Situation zeigt sehr deutlich, dass es einen INTERPRETATIONSSPIELRAUM gibt, den JEDER nutzen kann = unsere eigenen, individuellen Bewertungen einer Situation, eines Gedankens....

Noch Anschaulicher wird dieser INTERPRETATIONSSPIELRAUM mit der ABC - Methode:

A= auslösendes Ereignis, Situation, Gedanke, Fantasie, "Kopfkino"

= z. B " grüßt nicht zurück"

B= Gedanke, Gefühl, Konzept ( autom. Handlungen), Erkenntnisse, BEDÜRFNIS, WERT...zu diesem Ereignis

"Ich bin es nicht wert"

"Er ist sauer auf mich"

"Sie ignoriert mich einfach"

"Sie hat mich ganz einfach nicht gesehen"

C= Reaktion = körperliche Reaktion, Verhalten, Gedanke...

"Ich bin wütend, traurig...."

"Ich bekomme Bauchschmerzen, mir wird übel"

"Alles gut"

D= Prüfen der negativen Gedanken zu diesem Ereignis

- Kannst du zweifelsfrei sagen, dass dein Gedanke wahr ist und der Realität entspricht?

- Was spricht dagegen?

- Was ist das Schlimmste, was passieren kann wenn du deinen Gedanken aufgibst?

(Fragen in Anlehnung an "The Work")

E'= vernünftige Überzeugung

Was kannst du stattdessen denken?

Ich ergänze das Model, in Anlehnung an "The Work" noch um ein F = Bedürfnisse!

F= Bedürfnisse

WELCHE deiner Bedürfnisse sind in dieser Situation NICHT erfüllt worden!!!

Die eigenen Bedürfnisse sind ein wichtiger Indikator für aufkommende negative Gedanken! Leben wir ständig gegen unsere Bedürfnisse (Werte), ignorieren wir sie oder kennen wir sie gar nicht, macht sich dies bemerkbar - in Körper, Geist und Seele. Werden unsere Bedürfnisse von anderen ständig übergangen, ignoriert , fühlen wir uns oft minderwertig, traurig, verzweifelt, wütend, ängstlich....

Es ist also wichtig, dass DU DEINE Bedürfnisse kennst und so weit es möglich ist, auch danach lebst.

Liste mit Bedürfnissen
Hier findest du eine Liste mit Bedürfnissen
GfK-Liste-Echte-Gefuehle-Beduerfnisse-erfuellt.pdf (117.6KB)
Liste mit Bedürfnissen
Hier findest du eine Liste mit Bedürfnissen
GfK-Liste-Echte-Gefuehle-Beduerfnisse-erfuellt.pdf (117.6KB)




Fazit:

Unsere Handlungen = Verhaltensweisen werden bestimmt und ausgelöst durch unsere Gefühle - die wiederum bestimmt werden von unseren Gedanken...die wiederum geprägt werden von unserer INDIVIDUELLEN BEWERTUNG einer Situation, eines Gedanken, eines Gefühls, Fantasien, Kopfkino....

Gedanke wie..."Ich bin nichts wert", "Ich schaff das nie", "Das Leben ist so schlecht", "Ich muss...", "Ich hätte aber...", "Was sollen die anderen denken", "Es ist alles so schwer"...sind sicherlich STRESS-AUSLÖSENDE-GEDANKEN, die dafür sorgen, dass der STRESS-HORMON-SPIEGEL steigt und es auch zu körperlichen wie psychischen Symptomen kommt - die dann wiederum negativ BEWERTET werden.....

Will man den Stresspegel senken oder eingefahrene Verhaltensweisen ändern, hat man die reale Chance bei seinen eigenen, durch BEWERTUNGEN entstandenen Gedanken anzusetzen!!! Gedanken kann man nicht ausschalten, wir denken immer - ABER man kann seine Gedanken auf seinen WAHRHEITSGEHALT hin überprüfen um sich selber klar zu machen, WANN man mit stressauslösenden, negativ bewerteten Gedanken kämpft...

Fragen in Anlehnung an "The Work"

1. Ist der Gedanke wirklich wahr?

2. Kannst du mit absoluter Sicherheit sagen, dass er wahr ist?

3. Wie reagierst du, wenn du glaubst er ist wahr?

4. Wie würde es dir OHNE diesen Gedanken gehen?

5. Welche Süchte oder Zwänge helfen dir, deinen negativen Gedanken und die daraus resultierenden negativen Gefühle zu ertragen??

Essstörungen, Sucht, Zwang, Angst, Panik....

Wir versuchen oftmals negative Gedanken/Gefühle nicht fühlen zu müssen und "übertünchen" sie mit z. B Essen, Suchtverhalten aller Art..

6. Wie behandelst DU DICH, wenn du diesen Gedanken glaubst?

7. WAS ist hierbei dein BEDÜRFNIS, was NICHT erfüllt wird?

8. WAS kannst du tun, um dein Bedürfnis in Zukunft zu erfüllen?

Der Kreislauf der BEWERTUNG einer Situation, der entstehenden Gedanken und Gefühle und der daraus resultierenden automatischen Handlungen = Verhaltensweisen, wird oftmals unterschätzt und genau dieser Kreislauf bietet eine reelle Chance, ihn an der Stelle der BEWERTUNG zu unterbrechen! Hierbei kann ein Achtsamkeitstraining wunderbare Dienste leisten.